Sehnsucht und Ahnung

„Corona Mask“ © Sabrina Jung & VG Bild-Kunst Bonn

 

 

 

 

 

 

 

Ein Stück über uns und mit uns, aber für Euch!
Sehnsucht und Ahnung liegen ineinander,
eins treibt das andre hervor.
(Bettina von Arnim)

 

Die Pandemie hat die gesamte Kulturbranche tief getroffen und eine Aussicht auf Normalität gibt es nicht. Dennoch geben wir nicht auf, stellen unsere Instrumente nicht in die Ecke und schweigen. Sehnsucht und Ahnung bietet Kultur in der Coronakrise eine Bühne und ein Sprachrohr. Der Mensch/der Künstler mit seinen Ängsten, Sehnsüchten und Ahnungen steht im Mittelpunkt. Die Bedeutung von Kultur als lebensnotwendig und systemrelevant wird ganz offensichtlich.

Mit Sehnsucht und Ahnung wurden wir für das Corona-Soforthilfeprogramm „Neustart – Orchester vor neuen Herausforderungen“ der Beauftragten des Bundesministeriums für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, ausgewählt. Damit sind wir eins von 27 freien Ensembles bundesweit und das einzige freie Ensemble aus dem Ruhrgebiet, das in diesem Jahr eine Projektförderung erhält.

Sehnsucht und Ahnung beschäftigt sich künstlerisch mit den Konsequenzen von physischer und emotionaler Distanz und spiegelt die tiefe Erschütterung von Musikern und Kulturschaffenden wider, die durch die Krise in persönliche und berufliche Existenznot geraten. Gleichzeitig erzählt das Projekt von der treibenden Sehnsucht der Musiker, sich über die Musik auszudrücken und lässt den Zuhörer auf eindrucksvolle Weise die tröstende Kraft der Musik erfahren: Wir haben eine Bühne entwickelt, die den Corona-Richtlinien des Gesetzgebers zum einzuhaltenden Sicherheitsabstand unter Musikern, zwischen Musikern und Publikum und innerhalb des Publikums gerecht wird. Sie ähnelt einer großen Torte mit sechs unterschiedlich gestalteten Räumen, die unsere extremen Gefühlszustände und Lebenssituationen widerspiegeln. Die Besucher bewegen sich einzeln oder in kleinen Gruppen durch die Bühnenräume. Wir sind auf diese Räume verteilt und durch Wände und den vorgegebenen Sicherheitsabstand voneinander getrennt. Mit unseren Instrumenten finden wir aber über alle physische Distanz hinweg den Kontakt zueinander. Unter der Regie von Katrin Sedlbauer wird die in sich abgeschlossene Bühne zu einem eigenen Organismus, in dem der Musiker nicht ohne Zuhörer sein kann und umgekehrt. Während der Besucher in unsere Gefühlswelt eintaucht und unmittelbar erlebt, was uns zurzeit bewegt, begleitet ihn von allen Seiten das in einer Lebenskrise Franz Schuberts entstandene tief emotionale Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“. 

Konzept und Musik: Ensemble Ruhr
Regie: Katrin Sedlbauer
Bühnenausstattung/Bühnenbild: Kristina Schmidt
Bühnenbau: Norbert van Ackeren

 

Gefördert von:

Beauftragte des Bundesministeriums und Neustart Kultur